Kartoffelsaison
Frühkartoffeln gibt es ab Juni, in milden Regionen auch etwas früher. Ihre Schale ist dünn und noch nicht ausgereift, deshalb halten sie nur kurz. Die Haupternte der Lagerkartoffeln läuft von August bis in den Oktober. Gut gelagert reichen sie bis ins nächste Frühjahr. Viele Kartoffelbauern und Kartoffelhöfe verkaufen das ganze Jahr ab Hof: im Sommer frische Ware vom Feld, im Winter aus dem eigenen Lager.
Niedersachsen ist das mit Abstand größte Anbauland in Deutschland, dort steht fast die Hälfte der Kartoffelfläche. Nach einem trockenen Sommer fällt die Ernte kleiner aus. 2026 lag sie laut Statistischem Bundesamt bei rund 10,4 Millionen Tonnen, deutlich unter dem Vorjahr.
Welche Kartoffel für welches Gericht?
Kartoffeln werden nach ihrem Kochtyp eingeteilt. Er steht meist auf dem Sack oder auf dem Schild im Hofladen:
Festkochend, zum Beispiel Linda, Belana, Cilena, Nicola, Annabelle oder Selma: bleiben beim Kochen in Form. Gut für Kartoffelsalat, Bratkartoffeln und Gratin.
Vorwiegend festkochend, zum Beispiel Agria, Marabel, Granola oder Quarta: die Allrounder für Salzkartoffeln, Pellkartoffeln und Ofenkartoffeln.
Mehligkochend, zum Beispiel Adretta, Afra oder Bintje: zerfallen leicht. Gut für Püree, Suppe, Klöße und Reibekuchen.
Welche Sorten ein Hof anbaut, ist sehr unterschiedlich. Fragen Sie nach, viele Betriebe haben auch alte oder seltene Sorten.
Einkellerungskartoffeln richtig lagern
Wer im Herbst einen Vorrat anlegt, kauft Einkellerungskartoffeln. Das sind ausgereifte Lagerkartoffeln mit fester Schale, die Sie meist im Sack ab Hof bekommen. Damit sie lange halten:
Kühl, aber frostfrei lagern, etwa bei 4 bis 10 °C.
Dunkel lagern. Licht lässt Kartoffeln grün werden.
Trocken und luftig lagern, in Lattenkisten nicht höher als etwa 40 cm schütten.
Kleine Mengen in Papier- oder Jutesäcken aufbewahren, nicht in Plastikfolie. Darin bildet sich Kondenswasser und Schimmel.
Nicht in den Kühlschrank legen. Bei Kälte wandelt sich Stärke in Zucker um, die Kartoffeln schmecken dann süßlich.
Ab und zu durchsehen und faulige Knollen aussortieren.
Je wärmer der Lagerraum, desto früher keimen die Kartoffeln. Frühkartoffeln eignen sich nicht zum Einkellern.
Grüne Stellen und Keime
Grüne Stellen und Keime enthalten mehr natürliche Bitterstoffe, sogenannte Glykoalkaloide wie Solanin. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt:
Grüne Stellen und Augen großzügig wegschneiden.
Stark gekeimte, schrumpelige oder überwiegend grüne Kartoffeln nicht mehr essen.
Bitter schmeckende Kartoffelgerichte nicht essen.
Das Kochwasser nicht weiterverwenden.
Kleinkindern nur geschälte Kartoffeln geben.
Kartoffeln ab Hof: so wird verkauft
Lose nach Gewicht im Hofladen
In Säcken verschiedener Größe, oft auch nach Sorte und Kochtyp
An Selbstbedienungsständen und Kartoffelautomaten, teils auch sonntags
Futterkartoffeln für Tiere, je nach Betrieb
Bei größeren Mengen zum Einkellern lohnt es sich, vorher anzurufen und nach Sorte, Sackgröße und Abholzeit zu fragen.
Häufige Fragen
Warum werden Kartoffeln im Kühlschrank süß?
Weil Kälte die Stärke in Zucker umwandelt. Lagern Sie Kartoffeln deshalb kühl, aber nicht im Kühlschrank.
Kann ich gekeimte Kartoffeln noch essen?
Kleine Keime und grüne Stellen großzügig entfernen. Stark gekeimte oder überwiegend grüne Knollen nicht mehr verwenden.
Wie lange halten Frühkartoffeln?
Nur kurz, weil ihre Schale noch nicht ausgereift ist. Verbrauchen Sie sie zügig.
Kann ich auch sonntags Kartoffeln kaufen?
An Selbstbedienungsständen und Automaten oft ja. Die Zeiten stehen im Eintrag des Hofes.
Passend dazu
Weiteres Lagergemüse wie Karotten, Kürbisse und Rotkohl finden Sie unter Gemüse. Zu Kartoffeln vom Hof passen Eier und Fleisch vom Bauernhof.
Angebot und Öffnungszeiten können sich ändern. Fragen Sie vor dem Besuch direkt beim Betrieb nach.